Neuroleadership: Informationsportal

SCARF-Modell: Autonomy (Autonomie)


 

Die Dimension „Autonomy“ wird nach Rock als die empfundene Kontrolle über das eigene Umfeld definiert sowie das Gefühl, über Entscheidungsspielräume zu verfügen. Dies bedeutet, dass das Individuum in einer spezifischen Situation das Gefühl hat, eine Wahl zwischen mehreren Optionen zu haben. Eine Erhöhung der Wahrnehmung von Kontrolle auf die Umwelt führt zu einer Belohnungsreaktion des Individuums. Eine Reduzierung der Wahrnehmung der eigenen Kontrolle kann eine starke Bedrohungsreaktion hervorrufen. Rock geht davon aus, dass ein wahrgenommener Stressor weniger schädlich für einen Organismus ist, wenn eine gefühlte Beeinflussbarkeit seitens des Organismus vorliegt. So kann das gleiche Maß an Stress abhängig von der Einstufung des Organismus schädlicher bzw. weniger schädlich sein.

In der Praxis kann eine Bedrohungsreaktion schon durch zu strenge und zu genaue Vorgaben des Vorgesetzten ausgelöst werden. Die damit einhergehende Wahrnehmung von Kontrollverlust kann bis zur Erfahrung von Handlungsunfähigkeit und dem Gefühl von eigenem Unvermögen führen. Diese Reaktion kann z.B. durch die Zusammenlegung von Teams hervorgerufen werden, wenn dadurch bei einzelnen Teammitgliedern ein Verlust der eigenen Entscheidungskompetenz hervorgerufen wird. Menschen benötigen demnach ein gewisses Maß an Entscheidungsfreiheit, also einen Spielraum für gewisse Entscheidungen. Führungskräfte sollten bei der Vergabe von Arbeitsaufträgen den Mitarbeitern immer eine Wahl zur Lösung der Aufgabe lassen und nicht den eigenen Lösungsweg als den einzig richtigen ansehen.

 

Quelle: nach Rock (2008)