Neuroleadership: Informationsportal

Die drei Perspektiven des Neuroleadership: Übersicht


Um die Nutzenpotenziale von Neuroleadership wirksam für die Praxis entfalten zu können, bedarf es der gleichzeitigen Berücksichtigung der drei folgenden Perspektiven:

  • Neurowissenschaftliche Grundlagen: Wenn man grundsätzlich verinnerlicht hat, wie sensibel unser Gehirn auf Kritik, Zurückweisung, Desinteresse, Monotonie und Stress reagiert - und unser Motivationsniveau herunterfährt, dann muss man nicht mehr an die Wirksamkeit von Sozialtechniken "glauben" - genauswenig wie man an die Wirksamkeit der Gravitation glauben muss. Wir tun seit vielen Jahrtausenden gut daran, die Wirkungen der Gravitation in unseren Entscheidungen zu berücksichtigen - wir sollten lernen, unser Gehirn ebenso ernst zu nehmen.
  • Rahmenbedingungen der Organisation: Seit langem weiss man, dass die Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeitern, die Organisationsstrukturen und die Qualität der Arbeitstätigkeit einen starken Einfluss auf das Engagement von Mitarbeitern und Führungskräften haben. Mit der neurowissenschaftlichen Brille können diese Effekte nochmals schärfer sichtbar gemacht werden.
  • Personenbezogene Merkmale: Auch hier liegen seit geraumer Zeit fundierte Erkenntnisse darüber vor, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale oder -stile nicht nur bei Mitarbeitern, sondern auch bei Führungskräften leistungsfördernd oder -hemmend wirken. Versteht man diese Zusammenhänge mittels der neurowissenschaftlichen Brille genauer, so könnte man verstärkt damit beginnen, die richtigen Führungskräfte und Mitarbeiter auszuwählen und diese richtig zu platzieren anstatt zu hoffen, dass Trainingsmaßnahmen umfassende Verhaltensänderungen bewirken könnten.

Neuroleadership ist nicht nur ein Ansatz, mit dessen Hilfe es gelingt, Leistungsprobleme zu lösen, sondern auch dazu beitragen kann, die Gesundheit der Führungskräfte und Mitarbeiter zu fördern, was sich wiederum nachhaltig positiv auf die Leistungsserstellung auswirkt.