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Das Bedürfnis nach Kontrolle und Orientierung


(1) Grundlagen

Forschungsarbeiten und Befunde zu dem Grundbedürfnis nach Kontrolle und Orientierung wurden vielfach im Rahmen der Bewältigungsforschung, der Gesundheitspsychologie oder auch der Persönlichkeitspsychologie durchgeführt. Die zentrale Bedeutung von Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, generalisierten Kompe­tenzerwartungen oder Kontrollüberzeugungen für das Wohlbefinden kann als gesichert angesehen wer­den.

Mehrdimensionale Konzepte zu seelisch-gesundem Erleben wie Kohärenzsinn oder Hardiness fokus­sieren die Fähigkeit, Situationen verstehen und vorhersagen zu können, auf diese selbst auch Einfluss nehmen und grundsätzlich einen Sinn in dem Erlebten finden zu können. Die Fähigkeit zur Bewältigung interner und externer Anforderungen steht im Mittelpunkt von Theorien zur seelischen Gesundheit.

Das Bedürfnis nach Orientierung, also das Bedürfnis, die Welt um sich herum zu verstehen, ist die kogni­tive Komponente des Kontrollbedürfnisses. Das Kontrollbedürfnis steht in besonders engem Zusammenhang mit dem Gefühl der Inkongruenz:

  • Da sich bei wahrgenommener Inkongruenz immer die Frage stellt, wie diese behoben bzw. kontrol­liert werden kann, wird durch das Kontrollbedürfnis durch jede Art von Inkongruenz aktiviert.
  • Inkongruenz in Bezug auf Vermeidungsziele ist dabei schwerer zu kontrollieren als Annäherungsinkon­gruenz; sprich: das Vorhaben, etwas anzustreben ist leichter umzusetzen als das Vorhaben, etwas zu vermeiden.
  • Durch Befriedigung des Kontrollbedürfnisses wird Inkongruenz (auch bezüglich anderer Bedürfnisse) re­duziert, durch Nicht-Befriedigung hervorgerufen.
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