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Konsequenzen für die Praxis


Nutzenperspektiven

Die von Rock diskutierten Überlegungen im Rahmen seines SCARF-Modells hat den Vorteil – vor dem Hintergrund eines US-amerikanische Pragmatismus – Führungskräfte für eine Handhabung von Problemfeldern, wie sie oben unter der Überschrift „Motivation und Engagement“ skizziert wurden, aus einer neuartigen Perspektive zu sensibilisieren.

Dies ist insbesondere deshalb vorteilhaft, wenn man annehmen kann, dass neurobiologische Theorien eine normativere Kraft zukommt als psychologischen Theorien. Dies ist dann plausibel, wenn man unterstellt, dass die Reputation von Naturwissenschaften wie Biologie bei Führungskräften höher ist als die von Sozialwissenschaften wie der Psychologie.

Somit könnte die Akzeptanz solcher Begründungen und somit die Umsetzungswahrscheinlichkeit entsprechender Interventionen steigen.

 

Offene Punkte

Unklar bleibt zum momentanen Zeitpunkt (April 2013), wie es um die empirische Fundierung von Rocks Modell bestellt ist: Zwar wird an verschiedenen Stellen auf den Einsatz von standardisierten Fragebögen berichtet, um ein SCARF-Profil erstellen zu können - wobei dies wiederum der Einstieg in Entwicklungs- bzw. Change-Prozesse darstellt, doch sind Nachweis für die Gültigkeit des Modells bzw. der Angemessenheit der Skalen nicht auffindar. Aus wissenschaftlicher Sicht wäre es zudem zu begrüßen, Anleihen an elaborierteren neurobiologischen Emotions- bzw. Motivationstheorien vorzunehmen.