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Schlussfolgerungen aus dem Konsistenzmodell für Neuroleadership


Die Forschung von Grawe führt zu folgenden Erkenntnissen: Das Erleben von Kongruenz/Konsistenz nimmt zu, wenn Menschen folgendes erleben können:

  • Herausragen: überlegen, perfekt, begehrt sein, etwas gel­ten
  • Vorteilhafte Eigenschaften haben: offen, selbstsicher sein, geistige Fähigkeiten habe.
  • Einem Standard entsprechen: tüchtig, gefällig sein, sich anpassen
  • Gutes Selbstgefühl haben: wissen, wer man ist und was man kann, sich für wertvoll halten
  • Sich selbst verwirklichen: Bedürfnisse befriedigen, sich weiterentwi­ckeln, höhere Ordnung suchen
  • Gute Gefühle haben: glücklich sein, genießen, etwas erleben, sich körperlich wohlfühlen
  • Kontrolle haben: sich selbst unter Kontrolle haben, die Situa­tion im Griff haben, verstehen
  • Aufgaben bewältigen: gut funktionieren, kompetent sein, etwas leisten
  • Autonom sein: unabhängig sein, sich selbst behaupten
  • Für andere da sein: unterstützen, beschützen, kooperieren
  • Positive Beziehungen haben: liebevolle, intime, verlässliche Beziehungen haben, soziales Netzwerk haben
  • Beistand erhalten: unterstützt, beschützt werden
  • Positive Rückmeldung erhalten: anerkannt, bestätigt, angenommen, ge­mocht werden
  • Nicht verletzt und missbraucht werden

Solche Erfahrungen machen es wahrscheinlicher, die vier Grundbedürfnisse nach Bindung, Kontrolle, Selbstwerterhöhung und positiver Lust-Unlust-Balance erleben zu können.

Wie lässt sich das für die Lösung unseres Ausgangsproblem nutzbar machen?

Einerseits lassen sich - in Analogie zum SCARF-Modell - diese Erkenntnisse nutzen, um wiederum nach förderlichen Rahmenbedingungen Ausschau zu halten, die das Erleben solcher Erfahrungen wahrscheinlicher machen. Ähnlichen Überlegungen folgen Peters/Ghadiri in ihrem Neuroleadership-Modell und leiten daraus normative, das heisst empirisch nicht geprüfte Empfehlungen für das Personalmanagement ab. Dieser Anwendungsperspektive wird hier nicht gefolgt.

Vielmehr wird hier auf die Ausgangsüberlegungen von Grawe zurückgegriffen und sich an folgender Überlegung orientiert: Wenn die vier Grundbedürfnisse angeboren sind und durch individuelle Erfahrungen ausgeformt werden, dann resultieren hieraus Konsequenzen für die Persönlichkeitsentwicklung. Aufgrund der sich durch Erfahrungen verstärkenden Wahrnehmungs-, Handlungs- und Emotionssequenzen, die sich anhand sich selbst verstärkender neuronaler Regelkreise nachweisen lassen, resultieren entsprechende stabile Persönlichkeits- und/oder Handlungsstile, sogenannte Schemata.

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