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Praxiskonsequenzen


Fasst man die Überlegungen in diesem Abschnitt zusammen, so lassen sich folgende Praxiskonsequenzen ableiten:

  • Die Aktivierung des "Belohnungssystems" (Typ A nach Esch) führt zu erhöhter Motivation, positiven Gefühlen und haben positive Auswirkungen auf Leistung und Gesundheit.
  • Die Aktivierung des "Bedrohungssystems" (Typ B nach Esch) führt nur zu kurzfristig erhöhter, im allgemeinen aber reduzierter Motivation, zu negativen Gefühlen und haben mittel- bis langfristig negative Auswirkungen auf Leistung und Gesundheit.
  • "Typ C-Motivation" (nach Esch) lässt sich im Gegensatz zur Typ A- und Typ B-Motivation nicht direkt beeinflussen bzw. steuern, sondern ist Resultat der Fähigkeit zur Lebensbewältigung, die in der Literatur als "sense of coherence" (Kohärenzgefühl) oder in unserem Zusammenhang mit dem Erleben von Konsistenz einhergeht.
  • Menschen reagieren schneller / leichter auf Reize, die das Bedrohungssystem aktivieren - die Aktivierung des Belohnungssystems verläuft (letztlich wegen der neuronalen Verschaltung) langsamer. Konsequenterweise muss vermieden werden, das Bedrohungssystem zu aktivieren - und gleichermaßen muss in einem viel höherem Umfang (da träger bzw. langsamer) versucht werden, das  Belohnungssystem. zu aktivieren (schnelle vs. langsame bzw. emotionale vs. kognitive Informationsverarbeitung nach LeDoux)

Kurz und gut: Der Allgemeinplatz "Nicht geschimpft ist gelobt genug!" ist aus neurobiologischer Sicht grundverkehrt.