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Individuelle Voraussetzungen von Neuroleadership - die Konsistenztheorie


Konsistenz

Klaus Grawe beantwortet mit seiner Konsistenztheorie die Frage nach den psychische Grundbedürfnissen des Menschen, die, wenn sie erfüllt sind, zu stabiler psychischer Gesundheit - und letztlich Leistungsfähigkeit - führen.Dabei orientiert er sich am Anspruch, nur solche Bedürfnisse zu berücksichtigen, die neurobiologisch begründbar, also angeboren sind.

 

Schematische Darstellung der fünf Dimensionen der Konsistenztheorie

 

Grundprinzip dieses Modells ist die Konsistenz, also die Übereinstimmung bzw. Vereinbarkeit gleichzeitig ablaufender neuronaler bzw. psychischer Prozesse.

Das Bedürfnis nach Konsistenz stellt selbst kein Grundbedürfnis dar, sondern ist ein Grundprinzip des psychischen Funktionierens. Während Grundbedürfnisse sich auf Erfahrungen mit der Umwelt beziehen, ist Konsistenz ein Zustand des Organismus. Die Herstellung von Konsistenz entspricht also der Regulation bzw. Koordination neuronaler Prozesse, während die Bedürfnisbefriedigung auf die Anglei­chung von Umwelt und Innenleben zielt. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass Konsistenz den anderen Grundbedürfnissen – quasi als „nicht bewusstes Meta-Bedürfnis“ – vorgelagert ist.

Es gilt: Besteht Konsistenz, sind die Grundbedürfnisse befriedigt.

 

Grundbedürfnisse

Grawe geht von vier evoluti­onär bedingten Grundbedürfnissen aus:
    • Das Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle
    • Das Bedürfnis nach Lustgewinn bzw. Unlustvermeidung
    • Das Bedürfnis nach Bindung
    • Das Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung bzw. -schutz

Gemeinsam ist diesen Grundbedürfnissen, dass sie bei allen Menschen vorhanden (= universal) sind und dass ihre dauerhafte Verletzung bzw. Nicht-Befriedigung zur Schädigung der Gesundheit, des psychischen Wohlbefindens und somit des Leistungsverhaltens führt.

 

Quelle: nach Grawe (1998)

 

 

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