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Das Bedürfnis nach Selbstwertschutz und -erhöhung


(1) Grundlagen

Es gilt als unstrittig, dass Menschen grundsätzlich ein Bedürfnis nach einem positiven Selbstwertgefühl haben.

Empirische Befunde zeigten, dass Menschen mit einem insgesamt positiven Selbstkonzept eher nach Selbst­werterhöhung streben, Menschen mit einem eher negativen Selbstkonzept jedoch Informationen suchen, die selbstwertschützend sind. Grawe betont, dass Menschen unabhängig von ihrem Selbstkonzept nach Selbstwerterhöhung streben; aufgrund verletzender Er­fahrungen jedoch würden Handlungen, Leistung zu zeigen und Stolz zu erleben, in den Hintergrund treten und Vermeidungsziele (etwa keinen weiteren Demütigungen ausgesetzt zu sein) in den Vordergrund gelangen.

Die Regulation des Selbstwertes setzt Ich-Bewusstheit und die Fähigkeit zur Reflexion voraus; das Bedürf­nis nach Selbstwerterhöhung ist dementsprechend ein spezifisch menschliches Bedürfnis. Nach Alfred Adlers Individualpsychologie ist die Überwindung des eigenen Minderwertigkeitsgefühls die wichtigste Moti­vationsquelle des Menschen. Das Selbstbild entwickelt sich durch Interaktion mit anderen Menschen - Martin Buber hat dies in seinem "Dialogischen Prinzip" ausgearbeitet: „Der Mensch wird am Du zum Ich “.

Entscheidend für die Entwicklung des Selbstwerts sind v.a. die frühen Bindungs- und Kontrollerfahrungen eines Menschen. Sind diese negativ, ist auch das Selbstbild eher schlecht: Die motivationalen Schemata sind v.a. auf Vermeidung ausgerichtet, so dass keine oder nur wenige Erfahrungen gemacht werden können, die den Selbstwert erhöhen könnten.

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